Öhringen


Eckdaten der Stadt und Kontakt

Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Region: Heilbronn-Franken
Landkreis: Hohenlohekreis

Einwohner: 22.549
Fläche: 67,79 km²

Adresse der Stadtverwaltung:
Logo Öhringen Marktplatz 15
74613 Öhringen
Telefon: 07941 / 68 - 0
Email: info@oehringen.de
Website: www.oehringen.de

Ansprechpartner Agenda 21:
Dr. Michael WALTER
Stabsstelle für Stadtmanagement und Kultur
Öhringer Agenda 21
Email: michael.walter@oehringen.de


Öhringer Agenda 21

Für die Stadt Öhringen hat im Jahre 1998 der damalige Oberbürgermeister Jochen K. Kübler MdL zusammen mit dem Gemeinderat das Projekt „AGENDA 21“ angestoßen und einen Grundsatzbeschluss gefasst.

Unter der Mithilfe von Bürgerinnen, Bürgern, Vereinen, Schulen, Verbänden, Firmen, Kindergärten, Banken, Unternehmen, Handwerkern,…. entsteht seitdem nun eine ÖHRINGER AGENDA 21, die Öhringen für die Herausforderungen der Zukunft „fit“ machen wird.

Start mit vier offenen Arbeitsgruppen
Folgende Agenda-Gruppen nahmen unter Mithilfe des Öhringer Agenda-Büros im Frühjahr 1999 ihre Arbeit auf:

  • Umwelt & Wirtschaft
  • Siedlung & Landwirtschaft
  • Mobilität & Energie & Klima
  • Soziales & Kultur & Freizeit


Das Agenda-Logo


Agenda-Logo Öhringen



Agenda-Büro

Im Öhringer Rathaus wurde eine Anlaufstelle zur AGENDA 21 eingerichtet. Sie ist in der Stabsstelle für Stadtmanagement und Kultur verankert und ist seit dem Jahr 2005 ins Stadtmanagement Öhringen integriert.

Aufbau Stadtmanagement


Das Stadtmanagement Öhringen arbeitet an der Umsetzung des Leitbildes einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Es stellt eine Verbindung der bisherigen Konzepte, Maßnahmen und Bemühungen der Stadt Öhringen im Hinblick auf die dauerhafte Standortsicherung, Standort- und Stadtentwicklung dar. Als Organisationseinheit bildet es das „Dach“ für die städtischen Aufgabenbereiche Stadtmarketing, Bürgerbeteiligung, Öhringer Agenda 21, Standortmarketing, Kultur, Tourismus und Wirtschaftsförderung.
Im Bereich „Öhringer Agenda 21“ koordiniert Dr. Michael Walter, als einer von vier Stadtmanagern, die einzelnen Arbeitsgruppen und Projekte. Ebenso vermittelt er die Ideen und Anregungen innerhalb der Verwaltung an die zuständigen Ämter. Er hält außerdem Kontakt zu Betrieben, Kirchen, Schulen, Unternehmen, Verbänden, Vereinen und allen anderen Gestaltern der Stadt.

Diese Anlaufstelle wurde als Vollzeitstelle geschaffen, die anfangs zeitlich befristet, jedoch bereits nach einem Jahr dauerhaft verankert wurde.

Um sehr rasch eine gemeinsame Basis für die Gruppenarbeit zu finden, wurden unabhängige und professionell arbeitende Moderatoren eingebunden. Die „ehrenamtlich-professionelle“ Moderation war in Agenda-Prozessen landesweit eine Besonderheit und ein wesentlicher Baustein in der Öhringer Agenda.

Eine Person aus der Verwaltung ist immer bei den AG-Treffen anwesend und übernimmt die Moderation, die Verfassung des Protokolls und verschiedene organisatorische Tätigkeiten (Raumsuche …) Die TeilnehmerInnen der Treffen sollen sich ganz den Themen widmen können. Die Treffen haben immer einen offiziellen Rahmen, da die Verwaltung vertreten ist, die auch objektiv als Institution akzeptiert wird.

Projektausschüsse werden nur bei Bedarf aktiviert. Alle Projektinhalte werden in den Fraktionen vorbereitet und dann im Gemeinderat - soweit erforderlich - beschlossen. Dies stellt zwar eine wesentliche Mehrarbeit für den Gemeinderat dar, entlastet aber den Entscheidungsprozess.


Struktur der Öhringer Agenda 21

Organisationsstruktur Agenda 21 Öhringen


In Öhringen wird in den AG fachlicher Input durch ExpertInnen eingebracht, d.h. die Prozessverantwortlichen wollen verhindern, dass die AG lange an Ideen arbeiten und anschließend enttäuscht werden, wenn der Gemeinderat Projekte nicht beschließt.
Die AG werden von ExpertInnen begleitet, z.B. Landschaftsplaner, Architekten usw. Die Zeit in den Arbeitsgruppen kann somit effizient genützt werden.


Arbeitsgruppen

AG „Siedlung und Landwirtschaft“

Die AG Siedlung und Landwirtschaft feierte im Jahr 2009 ihr 10jähriges Bestehen. Die Mitglieder der AG sind demnach seit Beginn des Agenda-Prozesses im Jahre 1999 ohne Unterbrechung aktiv und bearbeiten u.a. folgende Themenfelder:

  • Feldwegekonzept
  • Ackerrandstreifen
  • Gewässerrandstreifen
  • Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung
  • Öko-Konto
  • Biotopvernetzung


Dieser AG ist der aktivste und beständigste der Stadt. Je nach Themenabend bewegt sich die Anzahl der TeilnehmerInnen zwischen 10 und 20 Personen.

Arbeitsweise:

  • Themenschwerpunkt wählen
  • Vorschläge und Ideen sammeln
  • Exkursion durchführen
  • Aufarbeitung durch Fachplaner
  • Ergebnis im Arbeitskreis diskutieren
  • Empfehlung aussprechen
  • Umsetzung (Erfolgskontrolle vor Ort)


AG „Limes“

Schutz, Vermarktung und Weiterentwicklung des Unesco-Welterbes Limes

Die Agenda-Gruppe Limes wurde im Jahre 2007 auf Initiative des Öhringer Stadtmanagements gegründet. Die Agenda-Gruppe Limes möchte den regionalen Limes-Abschnitt dauerhaft schützen, authentisch darstellen, weiter erforschen und ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit rufen.
Nähere Informationen zu dieser AG

Die AG Limes setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der Städte und Gemeinden Schöntal, Jagsthausen, Forchtenberg, Zweiflingen, Pfedelbach, Öhringen und Mainhardt zusammen. In dieser AG arbeiten Städte und Gemeinden der Region eng zusammen.

Auch im Rahmen der Vorbereitungen zur Landesgartenschau (LaGa) Baden-Württemberg 2016, die in Öhringen stattfinden wird, sollen kommunale und überkommunale Agenda-Gruppen die Ziele und Leitlinien für eine nachhaltige Stadtentwicklung direkt einbringen. Es ist daran gedacht Agenda-Gruppen zu bilden, die sich um nachhaltige und sehr konkrete Einzelaspekte der LaGa kümmern werden. Die LaGa ist dabei ein Instrument der Stadt- und Grünflächenentwicklung und trägt das Motto „Der Limes blüht auf!“. Die Agenda-Gruppe Limes ist daher von Beginn an in die LaGa-Planungen einbezogen.

AG „Mobiliät“

Die Agenda-Gruppe Mobilität bearbeitet derzeit die Weiterentwicklung des Öhringer Stadtbuskonzepts.

Ziel ist es, den Stadtbus zum einen zu erhalten, seine Routenführung so wirtschaftlich und kundenfreundlich wie möglich zu gestalten und ihn als wichtiges Angebot im öffentlichen Personennahverkehr zu stärken.

Schritt für Schritt werden weitere Verkehrsarten in die Beratungen einbezogen. Dadurch soll der Öhringer Verkehrsmix vom Fußgängerverkehr über Radfahrer, PKW, Bus, Stadtbus, Hohenlohebahn und Stadtbahn nachhaltig gestaltet und bestmöglich aufeinander abgestimmt werden.


AG „Stadtbahn“

Dieser AG wurde zeitlich begrenzt angelegt und ist derzeit ruhend gestellt.


AG „Umwelt und Wirtschaft“

Diese Arbeitsgruppe führt Projekte in folgenden Bereichen durch:

  • Öhringer Fußgängerleitsystem
  • Flächenmanagement Öhringen
  • Stadtmanagement Öhringen
  • Tourismus
  • Stadtmarketing im klassischen Sinne
  • Handelsstandort Innenstadt
  • Radlehrpfad „RADius“
  • Gestaltung der Innenstadt



Phasen der Öhringer Agenda 21

Zu Beginn des Agenda-Prozesses im Jahr 1998 wurden folgende Arbeitsgruppen installiert:

  • AG Soziales, Kultur und Freizeit
  • AG Umwelt und Wirtschaft
  • AG Mobilität, Energie und Klima
  • AG Siedlung und Landwirtschaft


Aktive Phasen wechseln mit Abschnitten der Neuorientierung und Themenauswahl. Mit den Schwerpunkten wechseln nicht selten auch die TeilnehmerInnen, die sich stets ehrenamtlich und zeitweise für ihr Thema engagieren.

Dadurch werden immer wieder neue Interessierte an die Arbeit der Öhringer Agenda 21 herangeführt, die den „Staffelstab“ dann mit ihrem Projekt wieder ein Stückchen weiter tragen.

Die Öhringer Agenda 21 wurde zudem offen angelegt, dass eine Gründung neuer Gruppen bei Bedarf stets möglich ist und somit auch neue Themenschwerpunkte auf der Plattform der Agenda 21 bearbeitet werden können.

Die Öhringer Agenda 21 kann dadurch dauerhaft etabliert und an veränderte Themen und Rahmenbedingungen stets neu angepasst werden.


Entwicklung in den einzelnen Aufgabenbereichen

Sensibilisieren & Entscheiden
Gemeinderatsbeschluss: 1998
In der Initialphase unterstützte der Oberbürgermeister den Start des Agenda-Prozesses und wirkte als Ideengeber und Motivator.

Starten & Aufbauen
Die Details im Agenda-Prozess koordiniert das Agenda-Büro, dessen personelle Ausstattung anfangs eine befristete Vollzeitstelle war, die bereits nach einem Jahr in eine unbefristete Stelle umgewandelt wurde.

Durch eine Veränderung der Organisationsstruktur werden alle Themen in den Fraktionen vorbereitet und anschließend im Gemeinderat abgesegnet. Ein Projektausschuss ist nicht vorhanden. Dies bedeutet zwar eine Mehrarbeit für den Gemeinderat, entlastet aber durch die „kurzen Wege“ den Entscheidungsprozess und verankert die Öhringer Agenda 21 unmittelbar in den kommunalen Strukturen zur Entscheidungsfindung.
Die Vernetzung zur Politik erfolgt über den Gemeinderat. Der Oberbürgermeister wird von der Verwaltung und vom Gemeinderat informiert.

Zukunftsprofil erarbeiten
Aus Öhringer Sicht ist die wichtigste Komponente für die zukünftigen Inhalte des Agenda-Prozesses, dass die Themen die Menschen berühren.
Für das Zustandekommen von Entscheidungen wurden schriftliche Regeln geschaffen, die vom Gemeinderat per Beschluss ausdrücklich befürwortet wurden.

Projekte umsetzen
Für die Arbeit in den Arbeitsgruppen werden ExpertInnen beigezogen, die vom Agenda-Büro angefragt werden und nicht ehrenamtlich tätig sind.

Als Startthemen des Agenda-Prozesses wurden kleine und überschaubare Projekte gewählt, die eine schnelle Durchführung und einen zeitnahen Abschluss ermöglichten.

Kontinuität sicherstellen
Auch im Öhringer Agenda-Prozess gab es Auf- und Abbewegungen, die sich z.B. in nur zwei aktiven Agendagruppen äußerten. Die ehrenamtlich Aktiven wirkten nach gewissen Zeiträumen der Mitwirkung müde durch die teilweise sehr häufigen Agenda-Sitzungen.
Durch eine Anpassung des Arbeitsrhythmus, verschiedene Veranstaltungen und breit gestreute Agenda-Informationen wirkte das Agenda-Büro diesen Ermüdungserscheinungen entgegen.

Öffentlichkeitsarbeit
Die Lokalzeitung (Tageszeitung) informiert die BürgerInnen über durchgeführte Projekte und kündigt Veranstaltungen an. In regelmäßigen Abständen beinhaltet der Regionalteil der Tageszeitung eine Sonderausgabe, die sich den Agenda-Themen widmen.
Weiters werden sämtliche AG-Sitzungen angekündigt. Ebenso wird das Internet genutzt, um gezielt Informationen zum Agenda-Prozess zu verbreiten. Agenda-Interessierte können sich über eine aktuell gehaltene Website über den Prozess am Laufenden halten.

Protokolle der einzelnen AG-Sitzungen bzw. Agenda-Treffen werden auf Anfrage von der Verwaltung zugeschickt bzw. können eingesehen werden. Interessierte Personen können sich anhand der öffentlich zugängigen Protokolle über Projekte und deren Fortschritt informieren.


BürgerInnenbeteiligung

Durch die Mitarbeit der BürgerInnen im Agenda-Prozess, die Ausarbeitung von Themenbereichen und einzelnen Projekten erhalten sie Einblick in die Abläufe der Projektumsetzung. So wird es für sie verständlicher, dass manche Prozesse zeitaufwändig sind und tlw. „ein längerer Atem“ bei der Bevölkerung gefragt ist. Die Bevölkerung kann somit für die Vorgehensweisen bei verschiedenen Projektrealisierungen ein besseres Verständnis aufbringen. Das wiederum führt zu einem besseren Verständnis zwischen den AkteurInnen und stärkt die Beziehung von Gemeinderat, Verwaltung und Bevölkerung.


Kooperationen mit anderen Städten und Gemeinden

Ein projektbezogener Informationsaustausch mit Stuttgart wurde durchgeführt, eine unmittelbare Kooperation mit anderen Städten wurde erstmals im Rahmen der Agenda-Gruppe Limes umgesetzt.

Finanzierung und Unterstützung

Finanzierung:
Fördermittel für einzelne Projekte, ansonsten Finanzierung durch die Stadtgemeinde

Unterstützung:
Unterstützung gab es von externen ExpertInnen bzw. teilweise konnten professionelle, ehrenamtlich tätige ModeratorInnen gewonnen werden, sodass die Agendagruppen schnell arbeitsfähig wurden.
Vorträge von Agenda-Beauftragten in den Arbeitsgruppen



Was bringt der Prozess?

  • Miteinander vor Ort, viel mehr Harmonie in der Stadt
  • gemeinsame Stadtentwicklung
  • Maßnahmen konnten erläutert werden ⇒ steigende Akzeptanz
  • Akzeptanz des Gemeinderates steigt
  • Nähe zwischen BürgerInnen und Politik steigt
  • Entscheidungen wurden transparent und einsichtig ⇒ Verständnis durch die Bevölkerung vorhanden
  • eigennützige Überlegungen der BürgerInnen sind legitim
  • Veränderung der politischen Kultur und Langfristigkeit des Denkens
  • Berührungsängste sind gesunken
  • Bereitschaft politisch / gesellschaftlich aktiv zu werden
  • konkrete Umsetzungen von Projekten beugt „Papiertigern“ vor
  • Sichtbarmachung des hohen fachlichen Niveaus in den Arbeitskreisen
  • bessere Verzahnung von Gemeinderat, Verwaltung und Bevölkerung
  • der Agenda-Prozess und dabei vor allem die konkreten Agenda-Projekte sind wichtige Bausteine auf dem gemeinsamen Weg in eine nachhaltige Zukunft der Stadt




Für einen erfolgreichen Prozess unabdingbar ist das Agenda-Büro, d.h. „ein Raum mit einer guten Person darin!“ bzw. „ein Kümmerer, der den Prozess am Laufen hält!“



Quellen:

LA21/Beispielstaedte/Oehringen/Oehringen.txt (11781 views) · Zuletzt geändert: 2010/06/27 21:18 (Externe Bearbeitung)
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